Neue Systematik der Arbeitssicherheitsdokumentation

H+ hat das Konzept und die Unterlagen der Branchenlösung Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) neu nach den zehn Elementen des ASA-Sicherheitssystems aufgebaut.

ASA ist die Abkürzung für «Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit». Der Begriff steht aber auch für den Aufbau des Sicherheitssystems in den Unternehmen und somit für gezielte Prävention. Durch das systematische Vorgehen werden Unfälle und Berufskrankheiten verhindert und damit menschliches Leid, Ausfallstunden und Kosten vermieden. Pro ASA-Element erleichtert ein übersichtliches Merkblatt mit Kurzbeschrieb und Prozessablauf die betriebliche Umsetzung. Auf der H+ Webseite der Branchenlösung Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASGS) sind zu jedem Element die Unterlagen übersichtlich hinterlegt. Umsetzen müssen die ASA-Richtlinien:

  • Unternehmen mit besonderen Gefahren und 10 oder mehr Mitarbeitenden
  • Unternehmen ohne besondere Gefahren mit 50 oder mehr Mitarbeitenden
  • Unternehmen mit besonderen Gefahren und weniger als 10 Mitarbeitenden, wobei für diese Unternehmen reduzierte Anforderungen gelten

Fachkommission und Fachgruppe ASGS
Mit Mariette Gretler vom Spital Bülach konnte die Fachkommission eine kompetente Nachfolgerin für Barbara Schunk und zugleich eine Co-Präsidentin für die Arbeitgebervertretung gewinnen.
Die Fachgruppe hat den Leitfaden zur betrieblichen Umsetzung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz abgeschlossen und die bestehenden Dokumente den zehn ASA-Sicherheitselementen zugewiesen.

Mutterschutz: Checklisten zur autonomen Beurteilung
Das Thema Mutterschutz beschäftigte die Betriebe, die Fachstellen und die Fachverantwortlichen auch im Jahr 2018 stark. Ein Betrieb mit gefährlichen oder beschwerlichen Arbeiten für Mutter und Kind muss vor der Beschäftigung von Frauen im betroffenen Betriebsteil eine Risikobeurteilung gemäss Mutterschutzverordnung durchführen. Die H+ Branchenlösung ASGS bietet dazu elf berufsspezifische Checklisten, mit welchen der Betrieb einen Grossteil der Arbeitsplätze ohne Beizug eines Fachspezialisten (Arbeitsmediziner, Arbeitshygieniker) beurteilen kann. Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco überprüfte 2018 erneut die Dokumentation und Checklisten zum Mutterschutz und bewertete diese als sehr gut.

Umstellung Webseite und neue Unterlagen
Eine der grössten Aufgaben ist Mitte Oktober 2018 die Umstellung der gesamten ASGS-Webseite gewesen im Zusammenhang mit dem Relaunch der H+ Website. Über 150 Dokumente wurden den zehn ASA-Elementen zugeteilt und sind dadurch nun einfacher zu finden. Ergänzend wurden neue Unterlagen zum Jugendschutz, zu psychosozialen Risiken und zum Notfallkonzept erstellt. Das Thema Jugendschutz wurde aufgrund neuer Regeln zum Schutzalter aufgenommen.

Neue Mitglieder
Die Branchenlösung hat 2018 viele neue Mitglieder gewonnen, was einer Zunahme von rund 20'000 Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten entspricht. Hauptgründe für diesen starken Anstieg sind die Beitritte des Universitätsspitals Basel, des Kantonsspitals Baselland und weiterer Betriebe aus der Region Basel. Erfreulich war, dass die Branchenlösung die Plattform der Regionalen Meetings von H+ nutzen konnte, da die Direktionen und Geschäftsleitungsmitglieder in der Hauptverantwortung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz stehen. Eine ständige Sensibilisierung zu diesen Themen wie auch ein Appell an die Eigenverantwortung ist auf allen Ebenen wichtig und notwendig.

Herausforderungen 2019
Anfang 2019 lief eine Umfrage bei den Sicherheitskoordinatoren zu allfälligen Lücken sowie Verbesserungsvorschlägen in den Jahreskampagnen. Die Dokumente im Konzeptordner werden 2019 aktualisiert und allfällige Doubletten eliminiert. Geplant sind zudem Dokumente und Checklisten zu den stark wachsenden ambulanten Diensten.

Kontakt


Erika Schütz

Fachverantwortliche Arbeitssicherheit, HOPE-Koordinatorin Schweiz