Vielfältig und vereint engagiert

Volksinitiativen, Bundesämter, Staatssekretariate und Parlamentarier hielten 2018 H+ auf Trab. Viele personal- und bildungspolitische Themen aus dem Jahr 2017 wurden 2018 um- und werden 2019 fortgesetzt.

Der Fachbereich «Personal- und Bildungspolitik» konnte 2018 erneut auf die sehr gute Zusammenarbeit mit Fachkommissionsmitgliedern, Verbänden und weiteren Organisationen zählen. Ein grosser Dank gebührt den vielen H+ Mitgliedern, die im Rahmen der zahlreichen Vernehmlassungen wertvolle Informationen lieferten.

Sprachnachweis B2 für Schweizer Ärzte: ärgerlich und unnötig
Das BAG hat kurz vor Inkraftsetzung der Verordnung überraschend das geforderte Sprachniveau für Schweizer Ärzte auf B2 erhöht. Dies ist für H+ unverhältnismässig und für die Mitglieder mit unnötigen Kosten verbunden. Die FMH, H+, das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF), die Schweizerische Medizinische Interfakultätskommission (SMIFK) und der VSAO fordern deshalb gemeinsam in einer Allianz, dass eine Schweizer Matur als Sprachnachweis reicht. Nationalrätin Regine Sauter erhielt vom Bundesrat anlässlich einer Fragestunde eine negative Antwort und reichte daraufhin eine Motion ein, um diese Lockerung zu erwirken.

Einführung Jahresarbeitszeit und Abschaffung Zeiterfassungspflicht
Die parlamentarische Initiative von Ständerat Konrad Graber beinhaltet die Einführung flexiblerer Jahresarbeitszeitmodelle und die Initiative von Karin Keller-Sutter die Abschaffung der Zeiterfassung für Fachpersonal mit grosser Freiheit in der Arbeitsgestaltung. H+ hat die Vorstösse eng verfolgt und in der Arbeitsgruppe «Arbeitsrecht» des Arbeitgeberverbands mitgewirkt. Die H+ Mitglieder haben in einer Umfrage klar signalisiert, dass sie beide Initiativen kombiniert für bestimmte Mitarbeitende sinnvoll finden.

MEI-Umsetzung mit ungenügenden Joblisten
Das gesetzgeberische Flickwerk, das von der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) übrigblieb, wurde Mitte 2018 in Kraft gesetzt. Auf der Basis veralteter Joblisten des Bundes erhalten Jobsuchende aus der Schweiz auf meldepflichtige Stellen eine Woche Bewerbungsvorsprung. H+ hat in der Arbeitsgruppe «Arbeitsrecht» des Arbeitgeberverbands das Seco aufgefordert, die Joblisten zu revidieren.

Arztlöhne und Lohngleichheit für Mann und Frau
Die Lohngleichheitsüberprüfung, die das Parlament Ende 2018 im Gesetz verankerte, können die H+ Mitglieder mit dem Gratistool «Logib» des Bundes vornehmen. Und die «unverschämt hohen Arztlöhne», die Krankenversicherer und das BAG auch bei Spitälern orten, wird man bei Lohnvergleichen kaum finden. Die Diskussionen werden 2019 weiter gehen und H+ wird nachweisen, dass seine Mitglieder keine exorbitanten Löhne zahlen sowie Frauen und Männer gleich gut entlöhnen.

Volksinitiative für eine starke Pflege
H+ lehnt die «Volksinitiative für eine starke Pflege» ab und wehrt sich dabei gegen eine «Nurse-to-Patient Ratio» und einen Landes-Gesamtarbeitsvertrag für die Pflege. H+ fordert stattdessen zusammen mit einer Allianz der Arbeitgeberverbände im Gesundheitswesen einen indirekten Gegenvorschlag mit folgenden, auch beim Initiativkomitee auf Interesse stossenden Anliegen:

  • Selbständige Verordnung von Pflegeleistungen
  • Bessere Abgeltung komplexer und aufwändiger Pflegesituationen, z. B. bei Demenz, Palliative Care, Behinderungen etc.
  • Bessere Vergütung der Weiterbildung von FaGe zu Diplompflege-Berufen

Bildungsstrategie 2030 des Bundes
Mit der Bildungsstrategie 2030 will der Bund Antworten auf die vielen Fragen zur zukünftigen Berufsbildung finden. H+ hat sich im Arbeitgeberverband und zusammen mit OdASanté zur Rolle und Einflussnahme der OdA im Berufsbildungsgesetz engagiert, speziell betreffend Gesundheitsberufsfeld, Systementwicklung, Finanzierung sowie Berufsbildung auf nationaler Ebene. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) versucht, zunehmend Einfluss zu nehmen und die Branchen sowie die OdA als Verordnungsempfänger zu behandeln. Die Abschaffung von eidgenössischen Bildungskommissionen deutet an, dass der Verbundpartnerschaft keine grosse Rolle zugeschrieben wird. H+ wird sich auch 2019 dagegen wehren.

Fachkommission FKäBi
H+ und einzelne Mitglieder der Fachkommission ärztliche Bildung (FkäBi) engagierten sich auch 2018 im Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) und im Rahmen der Plattform Zukunft ärztliche Bildung des BAG.
 

 

Kontakt


Jürg Winkler

Projektleiter Personal- und Bildungspolitik