Wenig Handlungsspielraum für H+

Die vom Bundesrat auf Anfang 2018 verordnete Tarifstruktur für die ambulante Physiotherapie gilt nach wie vor. Anpassungsvorschläge stossen auf taube Ohren.

Die H+ Mitglieder wendeten im Berichtsjahr die vom Bundesrat verordnete Tarifstruktur an – mit all ihren bekannten Problemen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verlangte von den Tarifpartnern, dass sie regelmässig über ihre Fortschritte bei der Tarifrevision berichten. Die Fortschritte beschränkten sich auf bilaterale Gespräche, aber H+ und curafutura brachten im Verlauf des Jahres in Erfahrung, was zur Nichtgenehmigung der gemeinsamen Tarifeingabe im 2016 geführt hatte. Aus Sicht des BAG war es die Summe vieler kleiner Details, welche die Tarifpartner mit geringem Aufwand hätten anpassen können. Die Tarifpartner teilen diese Einschätzung nicht: die «kleinen Details» wären mit hohen und ausschliesslich durch die Leistungserbringer zu finanzierenden Datenerhebungen verbunden gewesen.

Hohe Aufwände und fehlende Anerkennung
H+ wird abklären, ob sich die Mitglieder diese Aufwände leisten können bzw. wollen – notabene bei unsicheren und nicht klar offengelegten Beurteilungskriterien seitens des BAG.
Besonders im Bereich der ambulanten Tarifstrukturen sind die Kooperation der Spitäler und ihre Bereitschaft zur Datenoffenlegung bisher weder von den Tarifpartnern noch vom Bund anerkannt worden. Im Herbst 2018 reichten H+ und physioswiss dem Bundesrat separat, aber inhaltlich koordiniert, Anpassungsvorschläge für die verordnete Tarifstruktur ein. Die Antwort war ernüchternd: Die Tarifpartner wurden aufgefordert, gemeinsam eine Tarifstruktur einzureichen.

Kontakt


Markus Tschanz

Fachverantwortlicher Tarife und Rehabilitation